Gesundes Licht

Licht tanken – fast wie an der Sonne

 

Hintergrundwissen „Gesundes Licht“

LED-Beleuchtung ist nicht nur kostengünstig – sie ist auch die Basis für gesundes Licht. Behalten Sie bei der Planung einer Beleuchtungsanlage die folgenden drei Aspekte im Auge.

Biodynamische Beleuchtung

Schon in den 1950er-Jahren wurde das Schlafverhalten von Personen untersucht. Heute ist bekannt, dass der Mensch einem Tag-Nacht-Rhythmus unterliegt. Der sogenannte zirkadiane Rhythmus wird vom Sonnenlicht gesteuert. Ganglien-Zellen im unteren Bereich der Retina nehmen den tagsüber hohen blauen Lichtanteil wahr. Über das Hirn werden Hormone wie Serotonin ausgeschüttet. Dadurch wird der Körper aktiviert. Am späteren Nachmittag wird das Sonnenlicht wärmer, der Blauanteil nimmt ab. Das löst die Verbreitung von Melatonin aus, was den Körper ruhig werden lässt und auf den Schlaf vorbereitet.

​Verbringen Menschen den ganzen Tag in Innenräumen, erhalten sie zu wenig Sonnenlicht. Das droht ihren Tag-Nacht-Rhythmus zu irritieren.

Aus „Leitfaden Human Centric Lighting“ von licht.de. Der eingezeichnete Bogen stellt den Verlauf des Sonnenlichts im Sommer dar.

Heute ist es möglich, den Sonnenverlauf mit LED-Leuchten nachzuvollziehen. Dank dimmbaren und in der Farbtemperatur verstellbare Leuchten kann das Licht im Tagesverlauf gezielt verändert werden. Ein hoher Blaulichtanteil am Vormittag und in der ersten Hälfte des Nachmittags fördert Konzentration, Aufmerksamkeit, körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit und mildert Winterdepressionen. Das wärmere Licht am Nachmittag leitet eine Entspannung ein und unterstützt einen erholsamen Nachtschlaf.

Die biodynamische Beleuchtung ist vor rund 10 Jahren zuerst in Altersheimen eingesetzt worden. Nun erobert sie Schritt für Schritt weitere Anwendungsbereiche. Die wirkungsvollsten Einsatzgebiete sind Räume, in denen sich Menschen den ganzen Tag über aufhalten: Arbeitsplätze, Schulen, Psychiatrien und Heime.

Altersgerechte Beleuchtung

Mit zunehmendem Alter benötigen die Augen aufgrund der Trübung der Augenlinse mehr Licht für die gleiche Sehleistung. Der Lichtbedarf nimmt zu.

Belegschaften wie auch Kunden werden aufgrund der demografischen Entwicklung im Durchschnitt älter. Die Beleuchtungsstärke muss also am Arbeitsplatz wie auch in Kundenbereichen erhöht werden. Bei einer insgesamt älteren Belegschaft ist es sinnvoll, eine durchwegs höhere Lichtintensität einzustellen. Bei einer gemischten Belegschaft sollte die Helligkeit individuell einstellbar sein.

Flimmerfreie Beleuchtung

Flimmerndes Licht, wie es frühere Leuchtstoffröhren häufig verströmten, wird als unangenehm empfunden und kann zu Kopfschmerzen und Müdigkeit führen. Moderne LED-Leuchten sind – in der Tendenz – flimmerfrei.

Flimmern entsteht infolge des Gleichrichtens der Netzspannung zur Speisung der LED-Leuchten. Eine Leuchte leuchtet pro Sekunde 100 Mal leicht auf. Flimmern bis zu dieser Frequenz wird bewusst festgestellt. Forschungen haben aufgezeigt, dass höherfrequentes Flimmern bis 400 Hertz noch unbewusst wahrgenommen wird. Es wird als unangenehm empfunden und kann zu Unwohlsein, Kopfschmerzen und Sehstörungen führen. Flimmern über 400 Hertz kann die Netzhaut nicht mehr erkennen und ist somit unschädlich.

Eine weitere Ursache für Flimmern sind Dimmer, die nach dem Prinzip der Pulsweitenmodulation arbeiten. Bei diesen verbreiteten Dimmern wird die gleichgerichtete Spannung in raschem Rhythmus ein- und ausgeschaltet.

In handwerklichen Betrieben kann es infolge stroboskopischer Effekte zu Gefährdungen kommen. Flimmernde Leuchten können im Zusammenwirken mit schnell drehenden oder sich hin- und herbewegenden Maschinenteilen zu falschen visuellen Eindrücken führen. Konkret kann der Eindruck entstehen, dass z.B. ein Fräsenblatt stillsteht, das in Wahrheit jedoch rotiert.

 

Eine gute Beleuchtungsqualität kann mit flimmerarmen und gut aufeinander abgestimmten Leuchten, Betriebsgeräten und Dimmern erzielt werden.

Reduzierter Geräuschpegel

Für ein gutes Wohlbefinden in Räumen ist nicht nur die Qualität des Lichts, sondern auch der Raumakustik wichtig. In Räumen mit schallharten Oberflächen wie Beton, Glas oder Steinfliesen kann der Schallpegel zu hoch werden. Das lenkt ab, führt zu Fehlern infolge Unkonzentriertheit, ist ermüdend und erhöht die Gefahr von Stress. Gerade bei offenen, optisch ansprechenden Räumen mit modernem Design und minimalistischer Einrichtung kann der Geräuschpegel zur Belastung werden.

Eine Lösung zur Reduktion von Hallzeit und Schallpegel sind schallabsorbierende Leuchten. Solche Leuchten besitzen einen grossen Leuchtenkörper aus schalldämmendem Material. Sie können auch in grossen vertikal oder horizontal anzubringenden Paneelen eingebaut sein. Diese flächigen Konstruktionen werden direkt über oder zwischen Büroarbeitsplätzen aufgehängt.

Büros, Empfangsbereiche, Lobbys, Warte- und Pausenräume oder Kantinen gewinnen mit schallabsorbierenden Decken- oder Stehleuchten an Aufenthaltsqualität. Mit ergänzenden, gestalterisch passenden Decken- und Wandelementen wird die akustische Dämpfung zusätzlich erhöht.

Mit spezialisierten Leuchten kann eine Schalldämmung gut im Nachhinein realisiert werden. Wände oder Decke müssen dabei nicht verändert werden. Nebst der Leuchte muss kein zusätzliches Element im Raum angebracht werden. Die Modernisierung einer Beleuchtung ist ein idealer Moment, um den akustischen Aspekt einer Raumgestaltung zu verbessern. Die Abschätzung der akustischen Wirkung ist dabei nicht einfach Gefühlssache, sondern kann im Voraus berechnet werden.

Die mit weichen Materialien produzierten Dämmkörper sind in verschiedenen Farben und Formen erhältlich. Eine Akustikleuchte ist ein schickes Designelement und unterstützt die Gestaltung einer behaglichen oder farbigen Raumatmosphäre.